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Wald in Not - Borkenkäferkatastrophe in Niedersachsens Wäldern BDF hat Maßnahmevorschläge für die Landesforsten erarbeitet

Erstellt von LV | |   Buttons

Mitte Januar trafen sich die Mitglieder des BDF-Ausschusses Landesforsten mit dem Vorstand der NLF, Dr. Klaus Merker und Klaus Jänich sowie Michael Rudolph und Wolf Kleinschmit aus der Personalabteilung zum Gespräch in Braunschweig. Vom BDF waren Katharina Niebel, Antje Feldhusen, Burkhard von List, Lukas Prescher und Ben Evers dabei.

Das Schwerpunkthema war die Vorstellung und Diskussion der BDF-Online-Umfrage „Wald in Not“. Aus den Ergebnissen der Umfrage haben wir positive wie negative Aspekte der Krisenbewältigung benannt und ein Maßnahmecluster (siehe Anlage) entwickelt, welches wir zu Beginn des Gespräches allen Beteiligten überreichten. Intensiv wurden die folgenden Themen diskutiert:

Arbeitsbelastung und Revierorganisation

Die Umfrage hat deutlich gezeigt, dass in Anbetracht der aktuellen Forstschutzsituation viele Kollegen weit über der Belastungsgrenze arbeiten und sie keine Möglichkeiten sehen, die geleiteste Mehrarbeit zeitnah wieder abzubauen. Wie viele Stunden zusätzlich geleistet wurden konnte die Betriebsleitung nicht beziffern und es ist für uns der Eindruck entstanden, dass sie diese Zahl auch nicht erheben möchte. Denn im Rahmen der Vertrauensarbeitszeit könnte nach Meinung der Betriebsleitung die geleistete Mehrarbeit wieder ausgeglichen werden. Die Vertrauensarbeitszeit ist aus unserer Sicht in normalen Zeiten für alle Seiten ein hohes Gut – sie ist in der derzeitigen Krisensituation unserer Ansicht jedoch nicht ausreichend. Wir fordern daher eine temporäre Arbeitszeiterfassung, um die geleisteten Stunden überhaupt beziffern zu können und dann Lösungen zu finden. Zum Beispiel die Einstellung von „Urlaubsflexis“. Auch die finanzielle Abgeltung von Mehrarbeit sollte angeboten werden, falls ein Ausgleich nicht mittelfristig möglich ist.

Unsere Lösungsvorschläge, mehr flexible Revierleiter einzustellen und generell die Ziele bei der Revierorganisation zu überdenken - besonders im stark betroffenen Süden Niedersachsen - fand nur teilweise Anklang. Wolf Kleinschmit sicherte zu, dass im Rahmen der Strategie 2025 bereits 26 Stellen für flexible Revierleiter festgeschrieben seien und diese auch schwerpunktmäßig im Süden eingesetzt werden sollen. Was allerdings bedeuten würde, dass es im Norden nicht mehr in jedem Forstamt einen flexiblen Revierleiter gibt.

An den angestrebten Einsparungen bei den Revieren will die Betriebsleitung festhalten - zum Jahreswechsel wurde gerade im stark betroffenen Forstamt Münden zwei Reviere gestrichen. Der BDF hält diesen Weg für absolut falsch.

Abordnung und Ausblick 2019

Mit dem Aufruf zur Unterstützung der Revierkollegen in 2019 hat die Betriebsleitung in diesem Jahr frühzeitig auf die zu erwartenden Arbeitsspitzen in Südniedersachsen reagiert. Dieses frühzeitige und planbare Vorgehen hält der BDF für sinnvoll und entspricht auch dem Wunsch der abzuordnenden Kollegen aus dem Norden.

Die Umfrage hat auch ergeben, dass sich die Kollegen eine flexible Zeiteinteilung der Unterstützungsleistung wünschen. Hier sagte Wolf Kleinschmit zu, dass in Absprache mit dem Gastforstamt individuelle Lösungen jederzeit getroffen werden können. 
Dennoch sind weiterhin wenige Revierleiter bereit Unterstützung im Harz und Solling zu leisten. Die permanent hohe Arbeitsbelastung – auch im Norden grassiert der Borkenkäfer! - ist einer der entscheidenden Gründe. Für uns ein deutliches Zeichen dafür, dass die aktuellen Revierstrukturen die Grenze des Machbaren auch ohne Borkenkäferkalamität bereits übersteigen.

Entsprechende Anreize zu schaffen, zum Beispiel abgeordneten Kollegen bei den zusätzlichen anfallenden Kosten für Kinderbetreuung zu unterstützen, wurden von der Betriebsleitung als nicht realisierbar abgelehnt.
Unser Vorschlag, für die abgeordneten Forstwirte die gesamte „Fit im Forst“ Zeit als Arbeitszeit zu werten wurde hingegen interessiert aufgenommen.

Nach fast 2 Stunden intensivem Austausch endete das grundsätzlich in guter Atmosphäre geführte Gespräch mit gemischten Gefühlen. Wir sind gespannt, welche unserer Anregungen umgesetzt werden, und bei welchen Themen wir weiter am Ball bleiben müssen.