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Ein Loblied auf den Naturschutz…

Erstellt von LV |

Die „Ära“ des ersten grünen Landwirtschaftsministers in Niedersachsen ist nun schon einige Monate vorbei. Man könnte meinen, damit auch die Zeit einer fulminanten Betonung des Naturschutzes in Wald und Forstwirtschaft. Nun werden die Vorzeichen etwas anders gesetzt…

Es waren tatsächlich intensive 4 Jahre – voller Auseinandersetzungen zu immer wieder gleichen Themen in unterschiedlichen Gremien und zwischen unterschiedlichen Gesprächspartnern. Im Ergebnis steht eine durchaus moderate Überarbeitung des LÖWE-Programmes – jeher ein Programm ökologischer Forstwirtschaft – zu Buche. Und natürlich die Festlegung von NWE-10 Flächen. Diese, oder jedenfalls ein Teil dieser Flächen schmerzen uns Forstleute durchaus und führen gekonnt den urban lebenden Naturfreund hinters grüne Licht (die Frage, woher unser Holz kommt, will ich hier nicht weiter ausführen). Es steht zu befürchten, dass diese 4 Jahre eine weitere Folge haben: die Gräben zwischen „dem Naturschutz“, das werden wohl die Verbände und teils die Behörden sein, und „der Forstwirtschaft“, das werden wohl die Interessenverbände und viele einzelne Förster sein, sind sicherlich tiefer geworden. Auch wenn auf Ortsebene unverändert manch gedeihliche Zusammenarbeit möglich ist und weiter gepflegt wird.

Und in der Forstwirtschaft ist ein Aufatmen zu verzeichnen: endlich brauchen wir keine weiteren Restriktionen fürchten, endlich können wir wieder freier arbeiten!

Dieser Polarisierung indes sollten wir nicht verfallen! Naturschutz und Forstwirtschaft haben eine lange gemeinsame Geschichte. Ohne das Naturinteresse der Bevölkerung wären viele Aktivitäten in der Forstwirtschaft gerade in den Bereichen Umweltbildung und Waldnaturschutz nicht denkbar. Und daran hängen viele Arbeitsplätze für Forstleute. Die wiederum können sich sozusagen „en passant“ für eine möglichst hohe Akzeptanz von Forstwirtschaft in unserer Gesellschaft einsetzen.
Und ohne das Naturinteresse sowohl von Förstern wie auch der Gesellschaft sähe unser Wald heute anders aus: viele Maßstäbe des Waldbaus, die sich an der natürlichen Walddynamik orientieren, bescheren uns einen schönen, arten- und strukturreichen Wald! Dieser erfreut dann auch das Herz eines Försters!
Das möchte ich nicht missen sondern mich dafür verwenden, dass der Wald auch bei der unstreitigen Notwendigkeit für (forst-) wirtschaftliches Arbeiten Lebensraum bleibt – für Mensch und Tier und Pflanze. Es liegt nun in einer Zeit anderer politischer Vorzeichen - wieder mehr an uns, die heilsame Symbiose, die Forstwirtschaft und Naturschutz eingehen können, weiter zu pflegen. Und möglicherweise auch auf anderer Basis einen dauerhaft belastbaren Gesprächsfaden mit den Naturschutzverbänden aufzunehmen.

Erlenbruchwald im Frühling mit Schlüsselblume, Scharbockskraut und Buschwindröschen